Saarländische Krebsgesellschaft e.V.

 

Archiv

2010

Jahrestagung der Saarländischen Krebsgesellschaft 2010
Onkologie im Saarland - quo vadis? Medizin zwischen Kompetenz und Kosten

Die Jahrestagung der Saarländischen Krebsgesellschaft 2010 fand als gemeinsame Fortbildungsveranstaltung zusammen mit dem Saarländischen Tumorzentrum am Universitätsklinikum und in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung am 25. September im Haus der Ärzte statt.

 

Auditorium
Das Thema der Veranstaltung: Onkologie im Saarland- quo vadis?- Medizin zwischen Kompetenz und Kosten- greift plakativ ein Spannungsfeld auf, in dem sich die Onkologie generell heute befindet. Krebs ist aktuell, nach den Herz-Kreislauferkrankungen, die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Wir haben mehr als 400.000 Krebs-Neuerkrankungen in Deutschland, im Saarland ca. 7000/ Jahr. Dabei wird die Zahl an Krebsneuerkrankungen in den nächsten zwanzig Jahren allein aus demografischen Gründen um ca. ein Viertel bis ein Drittel zunehmen.

Dank neuer Behandlungsmethoden leben Patienten auch mit fortgeschrittenen Erkrankungen immer länger, so dass durch die Fortschritte in der Therapie der Verlauf einer Krebserkrankung sich häufig dem einer chronischen Erkrankung angleicht. Dies bedeutet aber auch einen höheren Versorgungsbedarf und Optimierung der onkologischen Versorgungsstrukturen.

 

Aus der Notwendigkeit eines zielgerichteten und abgestimmten Handelns aller Verantwortlichen wurde der Nationale Krebsplan im Jahre 2008 auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren ins Leben gerufen. Hierbei wurden 4 Handlungsfelder mit jeweils weiteren Zielen definiert. Einen großen Raum im Nationalen Krebsplan nehmen die Themen Versorgungsstrukturen und Qualitätssicherung ein. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sollte die Veranstaltung zur Bestandsaufnahme der Situation auf Landesebene dienen und Impulse zur Weiterentwicklung vor Ort geben.

 

Dr. Johannes Bruns
Georg Weisweiler
In einem Einführungsreferat gab Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, einen Überblick über die Zielsetzungen der verschiedenen Versorgungsmodelle in Bezug auf die Onkologie und zog eine kritische Bestandsaufnahme des Erreichten in der jeweiligen Umsetzung. Georg Weisweiler, der Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz des Saarlandes, stellte in seinem Referat die politischen Rahmenbedingungen zu Prävention und Behandlung onkologischer Erkrankungen dar und sprach sich insbesondere dafür aus die Versorgungsstrukturen wo notwendig, so anzupassen, dass den Qualitätsanforderungen Rechnung getragen werde.

 

Prof. Dr. Michael Pfreundschuh
Zum Thema Kosten und Nutzen von Studien in der Onkologie führte Professor Dr. Michael Pfreundschuh Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinik Homburg, am Beispiel der Lymphomforschung in Deutschland aus, wie durch die aktuelle Novelle des Arzneimittelgesetzes zu erwarten sei, dass eine von der Pharmaindustrie unabhängige und gerade in der Onkologie zur Therapiebeurteilung wichtige Durchführung klinischer Studien in Deutschland aufgrund überbordender Bürokratie und fehlender Finanzierung praktisch unmöglich wird. Dringender Handlungsbedarf wurde daher gesehen in einer neuen EU-Direktive und Änderung des Arzneimittelgesetzes sowie auch einer Beteiligung an der Finanzierung solcher Studien durch die Kostenträger, wie dies auch in anderen Ländern teilweise bereits umgesetzt ist.

 

Hans-Joachim Backes

Norbert Guth
Nach kurzen Impulsreferaten von Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung (Dr. Gunter Hauptmann), der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (Hans-Joachim Backes), des Facharztforums (Dr. Georg Jacobs) sowie der Kostenträger (Norbert Guth, Geschäftsbereich Versorgungsmanagement der AOK) wurde dann eingehend unter Moderation von Professor Dr. Axel Matzdorff diskutiert. Wenngleich unterschiedliche Bewertungen in Bezug auf die praktische Bedeutung des Paragraph 116b SGB V (Öffnung der Krankenhäuser für ambulante Behandlungen) und Onkologievereinbarung (Abrechnung bestimmter Leistungen nur im ambulanten Bereich) aus Sicht der Krankenhäuser und der niedergelassenen Fachärzte, sowie der kassenärztlichen Vereinigung zu verzeichnen waren, so war man sich insgesamt jedoch einig, dass aufgrund der zunehmenden Komplexizität und Spezialisierung in der Diagnostik und Therapie der Krebserkrankungen eine weitere Konzentration der Behandlung in Zentren notwendig ist unter Beteiligung vieler Spezialisten und Überwindung der althergebrachten sektoralen Grenzen und Budgets ambulanter und stationärer Vergütung. Eine zentrale Forderung an den Gesetzgeber war, der oftmals schon praktizierten Versorgungswirklichkeit Rechnung zu tragen durch Schaffung von Vergütungsstrukturen zur adäquaten Finanzierung der anfallenden Kosten und Leistungen. Insofern sind mittlerweile die Instrumente des Paragraph 116b SGB V für die Versorgung in der Onkologie und auch die Onkologievereinbarung eigentlich überholt und werden den Anforderungen nicht wirklich gerecht. Auch wurde deutlich, dass die aktuelle und zu erwartende Veränderung der Arztentwicklung mit fehlenden Fachärzten nahezu aller Disziplinen auch gravierende Auswirkungen auf die Versorgung in der Onkologie haben wird und dass auch hier Modelle entwickelt werden müssen, die den Bedürfnissen der jüngeren Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung und späteren fachärztlichen Tätigkeit entgegen kommt.

 

Christa Stegmaier

Die hervorragende Arbeit des epidemiologischen Krebsregisters im Saarland und die entsprechend durchgängige Datenakquise eröffnet die Möglichkeit der onkologischen Versorgungsforschung. Ergebnisse hierzu wurden von Frau Christa Stegmaier vom Saarländischen Krebsregister vorgestellt. Darüber hinaus wurde skizziert, wie die Weiterentwicklung in Form eines landesweiten klinisch-epidemiologischen Krebsregisters im Saarland aussehen kann mit den enstprechenden Vorteilen in Bezug auf Qualitätssicherung der Organ- bzw. Tumorzentren, klinische und epidemiologische Auswertungen, Grundlagen für Präventionsmaßnahmen und Bedarfsplanungen usw. Dieses Projekt wird von der Saarländischen Krebsgesellschaft, dem Tumorzentrum und dem Saarländischen Krebsregister vorangetrieben mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium.

 

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Verleihung des Förderpreises der Saarländischen Krebsgesellschaft an den Kreisverband Saarlouis des Deutschen Roten Kreuzes. Damit wurde das Engagement der Preisträger im Bereich der psychosozialen Krebsnachsorge mit vielfältigen Projekten in der Selbsthilfe gewürdigt.

 

Förderpreis



Verleihung des Förderpreises der Saarländischen Krebsgesellschaft
durch den Vorsitzenden Prof. Dr. Harald Schäfer an Frau Thomaser,
stellvertretend für den Kreisverband Saarlouis des
Deutschen Roten Kreuzes

 

 

Die Resonanz der Veranstaltung hat gezeigt, dass die angesprochenen Themen zu onkologischen Versorgungsstrukturen im Saarland, Qualitätssicherung und Finanzierung onkologischer Leistungen auf grosses Interesse bei den onkologisch tätigen Ärzten im niedergelassenen Bereich und in den Kliniken gestoßen ist. Die Diskussionen sollten Anlass zur konstruktiven gemeinsamen Fortentwicklung der onkologischen Versorgung im Saarland sein.

 

 

Prof. Dr. Harald Schäfer


Prof. Dr. Harald Schäfer
Vorsitzender der Saarländischen Krebsgesellschaft
SHG Kliniken Völklingen

 

Prof. Dr. Rainer Bohle


Prof. Dr. Rainer Bohle
Vorsitzender des Tumorzentrums am Universitätsklinikum Homburg
Institut für Pathologie, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg

 

Dr. Gunter Hauptmann



Dr. Gunter Hauptmann
Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung des Saarlandes

 


2009

Patiententag 2009

Veranstalter

Saarländisches Tumorzentrum e.V.
Universitätsklinikum des Saarlandes
Gebäude 52
66421 Homburg / Saar

Saarländische Krebsgesellschaft e.V.
Klinik für Hämatologie und Onkologie
Caritasklinik St. Theresia
Rheinstraße 2
66113 Saarbrücken

 

Beim diesjährigen Patiententag wurden wieder zahlreiche Themen, von Viren die Krebs auslösen, über Impfungen bis zur Selbsthilfe und Kommunikation mit Tumorpatienten besprochen.

Anbei einige Bilder von der Veranstaltung:

 

Vortrag von Frauke Backes, Saarbrücken:
Wie sage ich es richtig? - Über Palliativmedizin sprechen (pdf - 1,6 MB)

   
 

 

   
 

 

2007

3. Saarländischer Krebskongress

Zum 3. Mal veranstaltete die Saarländische Krebsgesellschaft gemeinsam mit dem Saarländischen Tumorzentrum im Juli 2007 einen Kongress mit aktuellen Thermen zur Krebsbehandlung und Diagnostik. Das Treffen fand in den Räumen der Universitätsfrauenklinik Homburg statt und umfasste wichtige Frühsymptome von Krebserkrankungen, die immer beachtet werden sollten. Zum ersten Mal waren auch Laien, Patienten und Angehörige eingeladen. Es ergab sich die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Experten.

Es referierten

Dr. med. N. Thiel, Saarbrücken über Blut im Stuhl
Dr. med. Netzer, Homburg über Blut im Urin
Prof. Dr. Schlimmer, Merzig über Bluthusten (pdf - 654 KB)
Prof. Dr. Graf, Homburg über Lymphknotenvergrößerung im Kindesalter (pdf - 534 KB)
Fr. Dr. Weich, Völklingen über Palliativmedizin (pdf - 1,4 MB).

Die kompetent vorgetragen Themen regtenl zu einer engagierten Diskussion an.

Der herzliche Dank der SKG geht an alle Referenten und Helfer des Krebskongresses.

 

5. Benefizlauf der Saarländischen Krebsgesellschaft

Streckenposten

Getreu seinem Versprechen aus dem Vorjahr, organisierte Prof. Dr. Preiß im Juli 2007 wieder den zur Tradition gewordenen Benefizlauf der Saarländischen Krebsgesellschaft. Unter dem bekannten Motto „Pakt für Gesundheit“ starteten die Läuferinnen und Läufer wieder am „Gasthaus Woll“ auf den Spicherer Höhen: 10.700 (als ¼ Marathon) und 5.300 (als 1/8 Marathon) konnten als Strecken ausgewählt werden.
Insgesamt 41 Sportler/innen fanden sich trotz schlechter Wetterlage ein. Auch haben sich die Organisatoren nichts von ihrer Begeisterung nehmen lassen, und den Lauf pünktlich um 11:00 Uhr gestartet. Die Gruppe schwärmte gemeinsam aus, unterwegs streng bewacht von Streckenposten.

Urkunden

Nach etwa 1 Stunde war der Lauf vorbei, alle gestarteten Sportler/innen waren im Ziel eingelaufen, wurden gebührend gefeiert und von Prof. Tilgen und Prof. Preiß mit einer Urkunde geehrt, die Spitzenläufer/innen erhielten zusätzlich eine Flasche Sekt.

Ein Startgeld wurde nicht verlangt. Die Spenden der Läuferinnen/er und der Pharmaindustrie werden – wie in jedem Jahr – zur Finanzierung der beiden psychoonkologischen Beratungsstellen in Homburg und Saarbrücken zur Verfügung gestellt. Vielen hundert Patienten und deren Angehörigen kann die Saarländische Krebsgesellschaft auf diesem Wege eine kostenlose Beratung anbieten und mit Rat und Tat zur Seite stehen.